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"Ich habe für Dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre !" (Lukasevangelium Kapitel 22, Vers 32) "Ich glaube an Dich!" Es war für sie immer noch unfassbar, wie dieser eine Satz und das Vertrauen dahinter ihr Flügel verliehen haben. Niemals hätte sie geglaubt, dass sie es schaffen würde. Irgendwann einmal wieder in relativer Sicherheit, mit ihren Kindern und vor allem gesund zu leben. "Gesundet" wäre eigentlich das angemessene Wort. Und das nur, weil damals Menschen an sie glaubten und ihr halfen, ihr chaotisches und immer mehr den Bach hinunter gehendes Leben wieder auf trockenen Boden zu bekommen. "Ich glaube an Dich". Es hat ihr immer wieder den Rücken gestärkt, zu spüren, dass da Menschen sind, die hinter ihr stehen und in ihr etwas sehen, was sie selbst noch nicht erkannte, weil sie sich zu klein, zu schwach, zu hilflos fühlte und weil sie sich einfach nur schämte. Das erkennt sie jetzt. Damals, das weiß sie ganz genau, war der Umgang mit ihr keineswegs angenehm gewesen. Trotzdem gab es damals Menschen, die in ihr etwas sahen, was sie noch nicht einmal erahnte. Sie traten für sie ein, ohne ihr die Verantwortung für ihr Tun abzunehmen. Darum geht es auch in der Jahreslosung für das kommende Jahr. "Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre". Das sagt Jesus kurz vor seiner Gefangennahme zu Petrus. Und Petrus wird dieses Wort kurze Zeit später nötig haben. Er, der stolze Bekenner, der Glaubensheld, wird ganz klein und hilflos, als er gefragt wird, ob er nicht auch einer von diesen Freunden des Jesus von Nazareth sei. Die Antwort ist bekannt: Ich? Nein! Niemals! Und zwar dreimal, ehe der Hahn krähte. Was muss er sich jämmerlich vorgekommen sein. Auch im kommenden Jahr brauchen wir Menschen, die stellvertretend für uns vor Gott und den Menschen einstehen, für uns bitten, wenn wir für uns, aus Scham und Verzweiflung oder auch aus Hektik und Betriebsamkeit stumpf geworden, keinen offenen Weg sehen. Immer werden wir Menschen brauchen, die an uns glauben, so lange, bis wir selbst wieder glauben können. Und manchmal könnten wir es sein, die anderen sagen: "Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre".
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