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Nach dem Gottesdienst am Sonntag, 2. Oktober 2005, traf sich die Thomasgemeinde zum gemeinsamen Mittagessen mit mitgebrachten Speisen. Anschließend kamen Interessierte zur jährlichen Gemeindeversammlung im Kirchenraum zusammen. Dabei gab der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, Prof. Wolfgang Grieb, folgenden Jahresbericht: Liebe Gemeindeglieder der Thomasgemeinde, liebe Gäste, das Berichtsjahr bei unseren Gemeindeversammlungen ist ein Mittelding zwischen dem jüdischen Jahr, das im September beginnt, und dem christlichen Kirchenjahr mit dem Anfang am ersten Adventssonntag. Es ist ganz gut, dass das Berichtsjahr an das Erntedankfest gekoppelt ist, denn: haben wir nicht unserem Gott zu danken? Wir freuen uns doch, dass wir unsere Thomasgemeinde noch haben, trotz allem Bangen der letzten Jahre um ihren Erhalt. Und wir hoffen, dass sie auch mit Gottes Gnade weiterhin lebt und gedeiht. Schließlich sind 40 Jahre noch kein Alter für eine Kirchengemeinde. • Bei meinem Bericht kann ich mich auf die regelmäßigen Beiträge im Gemeindebrief stützen, die wir unserem Kirchenvorstandsmitglied Dr. Judel verdanken. Ich gehe also im Geschwindschritt durch das vergangene Jahr. Bitte sehen Sie es mir nach, dass ich einige wichtige Ereignisse herausgreife. • Voriges Jahr am Erntedankfest beging die Thomasgemeinde das 40-Jahr-Jubiläum der Grundsteinlegung zum Gemeindezentrum. Dazu kamen außer den früheren Kirchenvorstandsmitgliedern Guhr und Schaub unsere ehemaligen Gemeindepfarrer Dettmering und Clotz zu einer Gesprächsrunde. • Am 1. Advent voriges Jahr verabschiedeten wir unsere Vikarin Katja Golinski mit ihrer Familie. Sie ist inzwischen Pfarrerin an der Walpurgiskirche in Alsfeld. Ihre Ordination im Mai war Ausgangspunkt für die Idee eines Gemeindeausflugs dorthin. Dieser Gedanke wurde kürzlich in die Tat umgesetzt. Der Ausflug hat 36 Mitgliedern der Paulus- und der Thomasgemeinde mit einer Führung in der Kirche und durch die Altstadt viel Freude bereitet. • Zurück in unser eigenes Gemeindezentrum. Die marode Toilette wurde bis Februar nicht nur saniert und verschönert, sondern auch für die Benutzung durch Rollstuhlfahrer und Mütter von Wickelkindern vergrößert. Frau Rack vom Kirchenvorstand war außer Frau Görich-Reinel dahinterher, dass auch noch die letzten Ungereimtheiten beseitigt wurden, die sich beim Bauen so ergeben. • Jugendliche haben unter Anleitung mit kunstvollen Graffiti die Wände der Jugendräume geschmückt. Es fanden zeitweise wöchentlich zwei Jugendtreffs statt, einer mit Frau Kirschmann, der andere mit Herrn Stuart Massey. Herr Massey hat uns schon wieder verlassen, weil er eine Arbeitsstelle gefunden hat. Wir hoffen, dass auch der zweite Jugendtreff nach den Herbstferien unter neuer Leitung weitergeführt werden kann. • Das Regal für unsere Gesangbücher hat die Jugendwerkstatt formschön und preiswert hergestellt. Wir werden deshalb die Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt bei Gelegenheit mit einem neuerlichen Auftrag gern fortsetzen. • Es ist eine Sanierung der Kücheneinrichtung geplant, damit bei größeren Feiern der Kaffee leichter zu bereiten ist und das Besteck nicht ausgeht. Das erleichtert Familienfeiern in den Nebensälen. • Eine Verbesserung der Heizung ist noch in der Diskussion mit den zuständigen Stellen der Landeskirche. • Schwierigkeiten machen uns die Sparbeschlüsse der EKHN. Sie führen zu einer Minderung der Zuweisungen. In den vergangenen Jahren angesparte Rücklagen, die wir zum Erhalt des Gemeindezentrums dringend brauchen, schmelzen dann schnell dahin. • An einige besondere Veranstaltungen der Thomasgemeinde sei erinnert. Das Sommerfest mit Schmetterlingen im Thomasgarten hat allen Beteiligten, Groß und Klein, viel Freude bereitet. Die neuen Konfirmanden und Konfirmandinnen stellten sich dabei der Gemeinde vor. – Ende Juli folgten Gemeindeglieder einer Einladung zu unserer Partnergemeinde Trebitz in Sachsen-Anhalt mit einem beeindruckenden Besuch der Lutherstadt Wittenberg. Frau Stomps vom Kirchenvorstand hat darüber im letzten Gemeindebrief berichtet. – Im September wurde in einem feierlichen Gottesdienst die Tradition der Silbernen Konfirmation zur Freude der Beteiligten fortgeführt. • Die Kindersonntage mit Frau Kirschmann und durchschnittlich 10 Kindern sind zu einer regelmäßigen Einrichtung geworden. Vielleicht gibt es ja noch ein paar Kinder mehr im Stadtbezirk. • Mitglieder unserer Thomasgemeinde und der Paulusgemeinde haben gemeinsam mit einem Geschicklichkeitsspiel beim Nordstadtfest im wahrsten Sinne des Wortes gezeigt, dass auch da die Kirche im öffentlichen Leben mitspielt. • Das LOS-Projekt „Kontakt“ zur Förderung von Arbeitssuchenden als Helfer für Senioren ist ausgelaufen. Näheres wurde im Juni-Heft des Gemeindebriefs berichtet. • Es besteht die Möglichkeit, in den Räumen unseres Gemeindezentrums Trauerfeiern und andere Familienfeiern abzuhalten. Man wende sich dazu an unsere Frau Happel im Pfarrbüro. Sie vermittelt bei Bedarf auch gute Geister für die Hilfeleistung in Haus und Garten. • Seit Anfang September ist im Gottesdienst eine kleine Änderung in der Liturgie eingeführt. Die Begrüßung, im Kirchenlatein Salutatio genannt, „Der Herr sei mit euch – und mit deinem Geist“, wurde an den Anfang gerückt. Die Bekanntmachungen gibt es dagegen am Schluss vor dem Segen. • Gestatten Sie mir zum Schluss noch einen Blick in die Zukunft. Seit der Apostel Paulus vor nahezu 2000 Jahren mit dem Schiff nach Europa kam, hat das Christentum mehr Phasen der Ausbreitung als der Schrumpfung erlebt. Wir wollen uns nicht als verzagtes Häuflein von den Kirchenaustritten der letzten Zeit – es waren sechs – und dem Tod von Gemeindegliedern – das waren 28 – bange machen lassen. Auch durch Wegzug sind wir weniger geworden. • Nun wollen wir im nächsten Jahr im Rahmen einer so genannten Zukunfts-Werkstatt überlegen, welche neuen Pflänzchen wir in unserem Gemeindeleben aufblühen lassen könnten. Dazu sind alle interessierten Gemeindeglieder eingeladen. • Ein gutes Zeichen scheint mir auch, dass wir wegen der zunehmenden Zahl an zu Konfirmierenden 2006 statt einem zwei Konfirmationssonntage brauchen. Die Zusammenarbeit mit der Paulusgemeinde hat sich bewährt und wird weiterhin gepflegt, z. B. bei Abendgottesdiensten und beim Nordstadtfest. In der Michaelskirche Wieseck findet nach Weihnachten wieder ein gemeinsamer Gottesdienst mit den Nachbargemeinden statt. • Der Dank des Kirchenvorstandes gilt allen treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor und hinter den Kulissen, z. B. beim Frauenkreis mit Frau Böhler und bei den Mädchen mit Frau Streitberger. Unser Dank richtet sich ebenso an die stillen Helferinnen und Helfern innerhalb und außerhalb der Küche bei den Festen der Kirche und allen, die uns durch ihre musikalischen Beiträge Freude bereiten. • Ein bekannter Spruch sagt, dass Geld allein nicht glücklich macht, aber beruhigt. Das kann man umkehren. Geldnot allein macht nicht unglücklich, sondern regt den Geist zu einer vielleicht heilsamen Unruhe an. Wenn dann die Hoffnung auf die Unterstützung durch den Heiligen Geist unter uns Bestand hat, wer will uns das Vertrauen in die Zukunft nehmen? Prof. Wolfgang Grieb, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands Nachrichten aus der Thomasgemeinde © Evangelische Thomasgemeinde Giessen Impressum Kontakt Email Web-Site selfmade |